„Kinder wollen lachen, toben, singen, staunen, sich begeistern und vieles mehr.“

Pädagogisches Konzept

Kinderinsel Ziegelstraße
Ziegelstraße 27, 10117 Berlin

 

1. Vorwort

Kinder wollen lachen, toben, singen, staunen, sich begeistern und vieles mehr. Sie haben ein Recht auf Lebendigkeit und Lebensfreude, welche voll auszuschöpfen ihnen so gut und so oft es nur geht ermöglicht werden muss. Als aktive Gestalter ihrer Entwicklungs- und Bildungsprozesse sind Kinder mit den entsprechenden Fähigkeiten ausgestattet, ihre Umwelt wahrzunehmen und mitzugestalten.

Kinder, die erfahren haben, dass Lernen Spaß machen kann, werden auch später im Leben in der Lage sein, sich immer wieder neuen Situationen und Herausforderungen zu stellen.

Unser Ziel ist es, Kindern zu ermöglichen, ihr Aufwachsen mit Freude zu erleben, gewappnet für die Zukunft zu sein und sich optimistisch in das Abenteuer Leben begeben zu können.

 

2. Das Trägerleitbild

Die Kinderinsel Ziegelstrasse sieht sich den Grundsätzen der Inklusion, Partizipation, Nachhaltigkeit und des „Empowerments“ verpflichtet. Das bedeutet, dass Kinder und Familien nicht wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Religion oder ihrer körperlichen und kognitiven Voraussetzungen vom Besuch der Kita und dem Mitwirken am Kitaleben ausgeschlossen werden!

Das Zusammenleben, gemeinsames Lernen und Freude an Bildungsprozessen entwickeln soll von Kindern, deren Familien und den Mitarbeiter_innen der Kita gestaltet werden. Partizipation und demokratische Strukturen aufzubauen, die Kinder und Eltern an Entscheidungsprozessen ihrer Kita zu beteiligen, aber auch die Mitarbeiter_innen an vielen Entscheidungsprozessen partizipieren zu lassen sind wichtige Bestandteile der Unternehmenskultur der Kinderinsel Ziegelstrasse.

Kinder können Demokratie nur erlernen, wenn sie diese auch erfahren. Dabei ist es wichtig, das Erwachsene ebenfalls bereit sind von Kindern zu lernen, das heißt ihre Ideen ernst zu nehmen und umzusetzen. Das gilt ebenso für Ideen der Elternschaft, die von dem Team der Kita ernst genommen und in Zusammenarbeit mit den Eltern, umgesetzt werden.

Anliegen der Eltern, die die Bildung und Entwicklung Ihrer Kinder betreffen, finden in der Kinderinsel Ziegelstrasse  besondere Berücksichtigung. Z.B. wünschen sich die Eltern (immer wieder) besondere pädagogische Zusatzangebote in den Kitaalltag zu integrieren. Dazu gehören vor allem Begleitung der Kinder durch eine/n englischsprachige/n Muttersprachler_in im Alltag, zweimal pro Woche erhalten die Kinder ein zusätzliches Turn- bzw. Musikangebot in den Räumen der Kinderinsel Ziegelstrasse  durch externe Pädagog_innen und besonders wichtig ist den Eltern eine Verbesserung des vorgeschriebenen Mitarbeiterschlüssels.

Die Mitarbeiter_innen der Kita haben dieses Recht auf Teilhabe gleichermaßen. Die Geschäftsführung der Kinderinsel Ziegelstrasse  ermutigt sie Verantwortung für ihren Arbeitsplatz zu übernehmen und lädt sie ein Ideen zu äußern und umzusetzen. „Empowerment“, oder „Hilfe zur Selbsthilfe“ spielen in der Kinderinsel Ziegelstrasse  eine große Rolle. Die Kinder, die die Kita der Kinderinsel Ziegelstrasse  besuchen, sollen Begleitung und Hilfe auf dem Weg zu selbstständig und verantwortungsbewusst handelnden Individuen von den Pädagog_innen erhalten. Diese Attribute und die Fähigkeit, Bildungsprozesse zu erkennen und zu gestalten, stellen den Kern der Ziele der pädagogischen Arbeit in der Kita der Kinderinsel Ziegelstrasse  dar.

Damit die Pädagog_innen diese Ziele erreichen können, müssen Sie selbst die Erfahrungen machen, Ihren Arbeitsplatz eigenverantwortlich gestalten zu können.

Nicht nur die Bildung der Kinder findet unter diesem Motto statt, sondern auch den Mitarbeiter_innen werden nicht nur regelmäßig Fortbildungen zu kitarelevanten Themen angeboten, sie werden gleichermaßen ermutigt diese wahrzunehmen. Die Kinderinsel  beteiligt sich ganz oder teilweise an den dadurch entstehenden Kosten.

Die Eltern werden in der Kita der Kinderinsel Ziegelstrasse  als Experten der Bildung ihrer Kinder und damit als gleichberechtigte Partner auch im Kitaleben und -alltag betrachtet. Damit kommen ihnen das Recht und die Verantwortung zu, sich aktiv am Kitaleben zu beteiligen (wie das im Einzelnen aussehen kann, erläutert das pädagogische Konzept der Einrichtung).

Nur wenn alle Akteure der Kita zusammenarbeiten, können die Entwicklung der Kinder und die Ziele der pädagogischen Arbeit im Sinne des Berliner Bildungsprogramms und ein angenehmes soziales Miteinander von Kindern, Eltern und Pädagog_innen erreicht werden.

 

3. Das Umfeld der Einrichtung

Unsere Einrichtung befindet sich im Bezirk Mitte – eingerahmt von Friedrichstraße, Oranienburger Straße und der Museumsinsel. Zahlreiche kulturelle Einrichtungen können von der Kita aus schnell und unkompliziert erreicht werden und geben den Erzieherinnen und Erziehern die Möglichkeit, den Kindern die Geschichte der Stadt lebendig nahezubringen.

Durch zahlreiche, fußläufig erreichbare Spielplätze im Umfeld der Kita (z.B. im Monbijoupark, im Krausnickpark usw.) ist sichergestellt, dass die Kinder ihren Bewegungstrieb jeden Tag nach Herzenslust ausleben können.

Gerade der in den Jahren 2005 und 2006 komplett neu angelegte Krausnickpark kann ohne Übertreibung als kleine Oase mitten in der Stadt bezeichnet werden. Ausgestattet mit einer großzügigen Liegewiese, umrahmt von verschiedenen Blumen- und Gemüse-Beeten sowie einem Rundweg, der die beiden Spielplätze im Krausnickpark miteinander verbindet, ist diese von einem engagierten Anwohnerverein gepflegte, ringsherum abgeschlossene Gartenanlage regelmäßiges Ziel unserer Ausflüge.

Gleiches gilt für den Monbijoupark, der nach wenigen Minuten Fußweg zu erreichen ist und neben dem „Kinderfreibad Monbijou“ und dem Kindertheater „Märchenhütte“ einen weitläufigen Spielplatz samt ausgedehnter Rasenfläche, verschiedener Sandkästen, Wippen, Schaukeln, einem Klettergerüst sowie einer fest installierten Klettermöglichkeit bietet. Der Spielplatz wird von der Stadt Berlin unterhalten und ist sehr gepflegt. Er bietet unseren Kindern vielfältige Möglichkeiten und jede Menge Platz zum altersgerechten Toben und Herumtollen. Das direkt an den Spielplatz angrenzende Kinderfreibad ist eine Einrichtung der Berliner Bäder-Betriebe und in den Sommer-Monaten ein Anlaufpunkt für uns, den wir regelmäßig und in kleinen Gruppen besuchen.

Um auch mit den kleinsten der in der Einrichtung betreuten Kinder tägliche Spaziergänge und Besuche der verschiedenen Spielplätze in der Umgebung unserer Kita unternehmen zu können, haben wir drei Krippenwagen mit jeweils acht Sitzplätzen inklusive Anschnall-Möglichkeit anfertigen lassen. Durch sie wird das Risiko im Straßenverkehr auf ein Minimum reduziert, und wir können altersgerecht und ausgleichend auf die unterschiedlichen motorischen Fähigkeiten der Kinder eingehen, indem wir – je nach Bedarf – Bewegung für die einen und Pausen für die anderen ermöglichen.

 

4. Sozialräumliche Vernetzung

Wie im Kindertagesförderungsgesetz gefordert, tragen wir Sorge für eine gute sozialräumliche Vernetzung der verschiedenen kindbezogenen Dienste und Institutionen. So haben Eltern beispielsweise die Möglichkeit, sich in unserer Einrichtung darüber zu infomieren, wo sich der nächste Kinderarzt, nahe gelegene Schulen, Schwimmbäder, Krankenhäuser oder Kultureinrichtungen befinden.

Sehr wichtig ist für uns auch die Zusammenarbeit mit anderen Trägern. Neben der obligatorischen Zusammenarbeit mit unseren Partner-Kitas „Kinderinsel MITTEndrin“ und „Kinderinsel Nebenan“ wurden Kontakte zur „Freien Fachschule für Sozialpädagogik Berlin“ geknüpft, an der staatlich anerkannte Erzieherinnen in den Bereichen Kleinkindpädagogik, Kindergarten, Hort- und Freizeitpädagogik sowie Heim- und Heilpädagogik ausgebildet werden.

Da die Ausbildungsgänge an dieser Fachschule sehr praxisnah sind, erhoffen wir uns eine für beide Seiten sinnvolle und fruchtbare Kooperation, in deren Rahmen wir den Erzieherinnen in Ausbildung die Gelegenheit geben, praktische Erfahrung mit Kindern zu sammeln und dadurch im Gegenzug den Kindern ermöglichen, die verschiedenen Angebote und Räumlichkeiten der Bildungseinrichtung nutzen zu können.

 

5. Bedeutung und pädagogischer Auftrag unserer Kita

Beengte Wohnverhältnisse, berufstätige Eltern, immer mehr alleinerziehende Mütter und Väter: Einer optimalen Kindes-Erziehung sind in vielen Familien enge Grenzen gesetzt.

Unser Ziel ist es, gerade diese Familien individuell bei der Betreuung ihrer Kinder zu unterstützen, was sich unter anderem in der arbeitnehmerfreundlichen Öffnungszeit unserer Einrichtung widerspiegelt sowie in unseren kurzen Schließzeiten, die sich auf zehn Tage in den Sommerferien und wenige Tage zwischen Weihnachten und Neujahr beschränken.

Wir wollen einen Ort schaffen, an dem jedes Kind willkommen ist – ungeachtet seiner Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Dieser Ort soll die „Kinderinsel Ziegelstraße“ sein: Ein Refugium in der Mitte Berlins, in dem sich die von uns betreuten Kinder frei entfalten und geborgen fühlen können.

In unserer modernen Gesellschaft geht Kindern – und hier gerade denen, die in der Stadt leben – mehr und mehr der natürliche Spielraum verloren. So wird das Spielen in natürlicher Umgebung zunehmend durch technische Spielgeräte ersetzt. Sie sind stumme Miterzieher, deren Einfluss wir oft unterschätzen. Einige ihrer Auswirkungen, wie zum Beispiel Bewegungsarmut, Reizüberflutung, soziale Isolation, Passivität, verkümmernde Phantasie und in Einzelfällen sogar ein gesteigertes Gewaltpotenzial, lassen sich leider immer häufiger bei Kindern und Jugendlichen beobachten.

Als Gegenpol hierzu wollen wir mittels eines breitgefächerten pädagogischen Angebots unsere Kinder immer wieder kreativ herausfordern und ihnen die Möglichkeit geben, interessengeleitet Themen selbständig zu erarbeiten und sich im Kita-Alltag mit ihren Wünschen und Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Stets jedoch in dem Bewusstsein, dass die Erziehung in der Kita immer nur Ergänzung und begleitende Maßnahme zur Familienerziehung sein kann – nie jedoch deren Ersatz.

 

6. Unsere Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten unserer Kita befinden sich unweit der Oranienburger Straße, mitten im Zentrum Berlins, in einer kleinen, nicht allzu stark frequentierten Seitenstraße. Durch die Lage im Erdgeschoss ist sowohl ein barrierefreier Zugang für Kinderwagen als auch für gehbehinderte Personen gewährleistet.

Dank der großen, ebenerdigen Fenster werden die Räume mit viel Tageslicht erfüllt, wodurch die Einrichtung einen sehr warmen und freundlichen Charakter erhält.
 

Eingangsbereich, Kinderwagen-Garage, Garderobe

Betritt man die Einrichtung vom vorgelagerten Gehweg aus, so gelangt man als erstes in einen als Windfang dienenden Vorraum. Dieser ist durch eine Tür vom dahinterliegenden Abstellraum für Kinderwagen abgetrennt, der gleichzeitig auch als Ort für die so wichtigen Tür-und-Angel-Gespräche dient. Hier haben die Eltern die Möglichkeit, sich über Aushänge und Info-Tafeln über alle Neuigkeiten zu informieren und ihre Kinderwagen trocken und sicher unterzubringen. Realisiert wird diese „Kinderwagen-Garage“ durch ein Podest, das von der Flurseite her eine platzsparende Unterstellmöglichkeit für die Kinderwagen bietet und vom angrenzenden Gruppenraum aus als Hochebene von den Kindern zum Spielen genutzt werden kann.

Die sich anschließende Garderobe kann von zwei Seiten aus betreten werden. Sie bietet ausreichend Platz für alle Kinder und deren Bekleidung und gewährleistet, dass die Kinder sich gesammelt an- und ausziehen und von den Erzieherinnen oder Eltern dabei unterstützt werden können.
 

Gruppenraum 1

Verlässt man die Garderobe ins Innere der Einrichtung, gelangt man in einen Flur, von dem aus sämtliche Gruppen- und Funktionsräume sowie der Sanitärbereich der Einrichtung erreichbar sind.

Im Gruppenraum 1, der in erster Linie als Kinder-Restaurant dient, nehmen die Kinder das gemeinsame Frühstück und Mittagessen sowie den Nachmittags-Snack ein. Die ergonomischen, höhenverstellbaren Tische werden aber auch zum Lesen, Schreiben und Trockenmalen genutzt. Zum Nassmalen („Tuschen“) ist an der Trennwand zum Kinderwagen-Abstellraum eine große Wand-Staffelei installiert, so dass der erste Gruppenraum zusätzlich auch als Atelier genutzt werden kann.
 

Gruppenraum 2

Gruppenraum 2 fungiert in der „Kinderinsel Ziegelstraße“ als eine Art Basislager, das mit einer Größe von über 30 m2 jede Menge Platz zum Krabbeln und Laufen lernen bietet. Der Raum besteht aus verschiedenen funktionellen Bereichen, die die Kinder auf kreative und herausfordernde Art und Weise anregen und ihnen im täglichen Spiel eine große Anzahl an Auswahlmöglichkeiten bieten.

Dreh- und Angelpunkt des zweiten Gruppenraums ist das große Spielpodest, welches über eine Treppe mit kindgerechten Stufen und beidseitigem Handlauf bestiegen werden kann. Hier finden die Kinder auf einer geräumigen Fläche, die auch das Spiel in Zweier- oder Dreier-Gruppen bequem ermöglicht, jede Menge Baumaterial in Form von Holzbausteinen vor, um sich schwerpunktmäßig in Bau- und Konstruktionsspielen zu üben.

Vor dem Podest befindet sich eine kleine Kinderwohnung – liebevoll eingerichtet mit einer Küchenzeile, einem Bett und einer Sitzgruppe samt Esstisch – in der die Kinder sich ausgiebig dem Rollenspiel widmen können.

Sehr spannend, gerade für die etwas kleineren Bewohner der Kinderinsel, ist die direkt gegenüber gelegene Bewegungslandschaft, bestehend aus unterschiedlich geformten Schaumstoff-Elementen, auf denen die Kinder krabbelnd, laufend und hüpfend ihre motorischen Fertigkeiten trainieren und verfeinern können.

In der gemütlichen Lese-Ecke samt Bücherregal können die Kinder unter diversen Büchern wählen und nach Herzenslust darin blättern, lesen oder sich von den Erzieherinnen vorlesen lassen. Die große Fensterfront füllt die Lese-Ecke mit natürlichem Tageslicht aus.

Zwischen der Lese-Ecke und der Bewegungslandschaft befindet sich – abgetrennt durch ein halbhohes Regal – ein kleiner „Lounge-Bereich“ mit gemütlichen Bodenkissen und Chillout-Bags, auf denen die Kinder allein oder gemeinsam entspannen und vor sich hin träumen können.

Raumgestaltung und Anordnung des Spielmaterials im ersten Gruppenraum bewirken einen latenten Aufforderungs-Charakter, der die Kinder spielerisch zu selbständigen Tätigkeiten und Erkenntnissen animiert. Durch die unterschiedlichen Spiel- und Funktionsbereiche – etwa die Kinderwohnung (Rollenspielbereich), das Baupodest (Konstruktionsspiele) oder die Lese-Ecke – werden den Kindern im täglichen Spiel vielfältige Entfaltungs-Möglichkeiten geboten.
 

Gruppenraum 3

Gruppenraum Nummer 3 dient in erster Linie als Bewegungsraum. Er wird durchquert von einem sogenannten „Schaukelbalken“, an dem mittels Schienensystem diverse Schwung-, Dreh- und Schaukelgeräte – zum Beispiel Taue, Bojen oder Hängesessel – montiert und ohne großen Aufwand von den Erzieherinnen verschoben oder bei Bedarf auch ganz abgehängt werden können.

Ergänzt wird der Schaukelbalken durch eine mehrteilige Turnwand und eine Krippenkletterwand, die so ausgelegt ist, dass sie bereits von einjährigen Kindern genutzt werden kann.

Diverse Spiel- und Sport-Utensilien wie Bälle, Ringe, Rhytmikbänder und Hüpftiere bieten den Kindern jede Menge Möglichkeiten, sich auszutoben und zu bewegen und runden das Angebot an differenzierten Bewegungsmöglichkeiten im dritten Gruppenraum ab.
 

Gruppenraum 4

Direkt verbunden mit Gruppenraum 3 ist der vierte Gruppenraum der Einrichtung, der ebenfalls als Bewegungs- und zusätzlich auch als Musikraum genutzt werden kann. Nach dem Mittagessen wird der Raum mit Liegepolstern ausgelegt und in einen Schlaf- und Schlummerraum verwandelt. Kinder, die nicht schlafen oder nur ruhen, können derweil in den vorderen Gruppenräumen ungestört entspannenden Beschäftigungen nachgehen oder den Vorlesungen einer Erzieherin lauschen, während die kleineren Kinder schlafen. Hierfür ist der hintere Bereich unserer Einrichtung ideal geeignet, da er an einem absolut ruhigen Innenhof gelegen ist, der auch bei geöffnetem Fenster eine ungestörte Mittagsruhe möglich macht.
 

Küche

Die kleine Verteilerküche unserer Einrichtung wird von Gruppenraum 1 durch einen halbhohen Tresen abgetrennt, so dass eine offene Küche entsteht, von der aus die Erzieherinnen das Geschehen im Raum jederzeit beobachten können. Aus der Verteilerküche heraus werden die in unserer Partner-Kita täglich frisch zubereiteten und von dort aus angelieferten Mahlzeiten serviert und von den Kindern im Kinder-Restaurant eingenommen.
 

Sanitärbereich

Unsere Sanitärräume wurden den aktuellen Standards entsprechend umgebaut und erweitert, so dass sie für alle Kinder der Einrichtung barrierefrei nutzbar sind. Hierzu wurden altersgerechte Toiletten mit Töpfchen-Aufsätzen und anstelle einzelner Handwaschbecken eine ebenso kleinkindgerechte Waschrinne mit drei Armaturen installiert. Die Waschrinne ermöglicht den Kindern nicht nur die alltägliche Hygiene, sondern auch das Spielen und Experimentieren mit dem spannenden Element Wasser.

Komplettiert wird der Sanitärbereich durch eine Duschmöglichkeit und einen maßgefertigten Doppel-Wickeltisch mit integrierter Treppe, über die die Kinder den Wickeltisch selbständig erklimmen können.

Dies macht ihnen nicht nur Spaß, sondern sorgt gleichzeitig auch dafür, dass auf Seiten der Erzieherinnen die körperliche Belastung (gerade für den Rücken) durch das nicht mehr erforderliche Hoch- und Herunterheben der Kinder deutlich reduziert wird.
 

Allgemein

Als Bodenbelag in allen Gruppen- und Funktionsräumen kommt Linoleum zum Einsatz – ein reines Naturprodukt, das aus Leinöl, verschiedenen Naturharzen, Kork- oder Holzmehl und Kalksteinpulver besteht, das auf eine Schicht aus Jutegewebe aufgetragen wird.

Linoleum ist ein extrem widerstandsfähiger Belag, der durch seine spezielle Oberfläche sehr leicht zu reinigen ist. Es gibt keine Ritzen und Fugen, in denen sich Schmutz ansammeln kann

Durch seinen hohen Anteil an natürlichem Leinöl hat Linoleum zudem fungizide und bakteriostatische Eigenschaften, sprich: Bakterien, Hefe- oder Schimmelpilze bilden sich auf einem Linoleumboden gar nicht erst, weshalb er auch in vielen Krankenhäusern und anderen Gebäuden mit erhöhten Hygieneanforderungen verlegt wird.

Darüber hinaus ist Linoleum antistatisch, schwer entflammbar, rutschhemmend und besitzt wärmespeichernde Eigenschaften, was ihn gerade für Räume prädestiniert, in denen sich vornehmlich Kinder aufhalten und auf dem Boden spielen, was in unserer Einrichtung – dank der Fußbodenheizung in sämtlichen Räumen – den ganzen Tag über bedenkenlos getan werden kann.

 

7. Schwerpunkte der pädagogischen Arbeit in unserer Einrichtung

In der „Kinderinsel Ziegelstraße“ arbeiten wir nach den Richtlinien des Berliner Bildungsprogramms und dem Bildungskonzept des Situationsansatzes. So werden Ziele und Inhalte der Kindergartenarbeit aus der Analyse der konkreten Lebensverhältnisse der Kinder abgeleitet und nicht als künstlich geschaffene Lernwelt verstanden.

Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Erzieherinnen und Erzieher eine offene und positive Grundeinstellung zu den Themenkomplexen „Bildung“ und „Lernen“ mitbringen und bereit sind, gegenüber den Kindern eine ressourcenorientierte Haltung einzunehmen. So werden die Kinder grundsätzlich im Kontext ihrer individuellen Vita und ihrer Lebens- und Beziehungswelt gesehen und verstanden.

Grundlegend für das Lernen und die Weiterentwicklung während aller Entwicklungsstufen ist die Interaktion zwischen Erzieher und Kind. Unsere Betreuerinnen und Betreuer sind den Kindern emotional zugewandt und gehen stets achtungsvoll mit ihnen um. Sie sprechen viel mit den Kindern, hören zu, ermuntern, regen Aktivitäten an und tragen hierdurch wesentlich zu einer gesunden Entwicklung und der Festigung des Selbstwertgefühls der Kinder bei.

Die „Kinderinsel Ziegelstraße“ versteht sich als welt- und kulturoffene Einrichtung, die es als Selbstverständlichkeit ansieht, Kinder aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen bei sich aufzunehmen und zu betreuen. Unser Umgang mit den Themen Herkunft, Religion und Kultur ist offen und aktiv und soll dazu führen, dass Toleranz und Akzeptanz von Verschiedenartigkeit und Individualität für die Kinder selbstverständlich werden.

Sehr wichtig ist uns auch die Umsetzung des sogenannten „Gender Mainstreaming“, sprich: Die Gleichstellung der Geschlechter und die kritische Reflexion von Geschlechts-Stigmata. Wir gehen mit diesem Thema offen und selbstkritisch um und berücksichtigen es bei der Entwicklung unserer Angebote. Ob Kinder lieber mit Puppen spielen oder mit Autos, ob sie sich auf dem Baupodest vergnügen oder lieber im Rollenspiel üben ist für uns keine Frage der Geschlechtszugehörigkeit, sondern allein eine Frage der jeweiligen Interessenslage des Kindes, das von uns in jedem Fall in seinem Spiel- und Lerntrieb gefördert und angeregt wird.

 

7.1 Förderung von Kompetenzen

Alle Kinder bringen unterschiedliche Erfahrungen, Erlebnisse und Kenntnisse in das gemeinsame Kindergartenleben mit ein. Wir sehen die Kindergruppe daher als ein Sammelbecken von Neugier, Erfahrung und Fähigkeiten mit vielfältigen Anreizen für interessante Unternehmungen und Aufgaben.

So unterstützen unsere Erzieherinnen und Erzieher nicht nur den Forscherdrang und den Wissensdurst der Kinder, sondern lassen insbesondere auch Eigeninitiative und Selbstbestimmung zu, damit die Kinder ihre eigenen Erfahrungen sammeln und sich eigenständig Kompetenzen aneignen können.

Der Kita-Alltag wird von uns als Übungsfeld für soziales Verhalten verstanden und genutzt. Ob morgens beim Ankommen in der Kita oder abends beim Verabschieden, ob beim Spielen mit anderen Kindern oder beim Tisch decken für das gemeinsame Mittagessen: Immer wieder begegnen die Kinder verschiedenen sozialen Anforderungen und Situationen, in denen sie sich mit ihren Ansprüchen an ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten auseinandersetzen müssen.

Allgemein gesprochen liegt unser Hauptaugenmerk auf der zielorientierten Förderung und Stärkung wichtiger Kern-Kompetenzen, die sich – gemäß der gängigen Unterteilung in der modernen Kindergarten- und Grundschulpädagogik – in vier Hauptgruppen gliedern lassen:

7.1.1 Ich-Kompetenzen

  • Vertrauen in die eigenen Kräfte entwickeln; sich selbst achten und wohlfühlen

  • Sich seiner Identität bewusst werden („Ich bin ich und unterscheide mich von anderen.“)

  • Seinen Körper achten, pflegen und gesund erhalten

  • An einer selbst gestellten Aufgabe „dranbleiben“, bei Misserfolg nicht gleich aufgeben

  • Hilfe anbieten und Hilfe annehmen

  • Sich seiner Bedürfnisse, Wünsche und Ansprüche bewusst werden; sich selbst verstehen

7.1.2 Soziale Kompetenzen

  • Verantwortung für sich und andere übernehmen, gerade auch für Schwächere

  • Anderen zuhören; sich einfühlen und in die Perspektive des anderen versetzen und darauf eingehen können

  • Erwartungen, Bedürfnisse und Gefühle anderer wahrnehmen

  • Konflikte friedlich lösen können

  • Das Denken, Fühlen und Handeln anderer Menschen akzeptieren; achtungsvoll miteinander umgehen

  • Sich bewusst werden, dass man im gemeinsamen Tun Dinge bewirken kann

7.1.3 Sachkompetenzen

  • Sprachliche Äußerungen genau wahrnehmen, den Inhalt verstehen und die Gedanken sinnvoll, sprachlich treffend und grammatikalisch richtig wiedergeben; Dinge auch ohne Worte zum Ausdruck bringen können

  • Körperliche Beweglichkeit, Bewegungsfertigkeiten und Koordinationsvermögen sowie Interesse an sportlicher Tätigkeit ausbilden

  • Selbständig Wissen erlangen und dabei bereit sein, von anderen zu lernen

  • Wissen, warum und wie Menschen die Natur nutzen, gestalten und erhalten und sich für sie verantwortlich fühlen

  • Fertigkeiten in der Handhabung von Materialien, Arbeitstechniken, Gegenständen, Werkzeugen und technischen Geräten entwickeln

7.1.4 Lernmethodische Kompetenzen

  • Ein Grundverständnis entwickeln vom Leben in der Welt, die voller Unterschiede ist, in der es aber auch viel Gemeinsames zu entdecken gibt

  • Ein Gefühl und Verständnis für Zeit entwickeln

  • Entscheidungsstrukturen erkennen, mitbestimmen wollen

  • Freude am Lernen entwickeln

  • Erkennen, dass Bildung die eigenen Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten erweitert

  • Kooperieren und arbeitsteilig an einem gemeinsamen Projekt arbeiten

  • Erfahrungen und Vorstellungen ordnen, systematisieren und Beziehungen zwischen den Dingen und Erscheinungen herstellen

Die Vermittlung der zuvor dargestellten Kompetenz-Gefüge stets im Blick, wollen wir den Kindern einen möglichst inhaltsreichen und anregenden Kindergarten-Alltag bieten, in dem sie vielfältige Gelegenheiten bekommen, sich die Welt zu erschließen und das für ihre Entwicklung notwendige Können und Wissen zu sammeln. 
Durch das Zusammensein mit älteren und jüngeren Kindern in unserer altersgemischten Gruppe, durch wiederkehrende Rhythmen und Rituale im Tagesablauf, verschiedene Spiele, gemeinsam geplante Projekte und unterstützt durch die kreative und anregende Gestaltung der Räumlichkeiten unserer Einrichtung bieten wir den Kindern ein reichhaltiges Spektrum an Lernerfahrungen.

 

7.2 Projektarbeit

Projektarbeit ist für Kinder erlebnisreich und spannend. Dabei wird das Lernen in Projekten von uns als ein entdeckendes und forschendes Lernen betrachtet, bei dem die Ergebnisse keinesfalls schon von vornherein feststehen. Vielmehr begeben sich die Kinder und die Erzieherinnen und Erzieher in einen gemeinsamen Prozess des Forschens und Erkundens und suchen Antworten auf Fragen wie „Wo kommt eigentlich das Wasser her?“, „Wer macht das Wetter?“, oder „Warum kann ein Schiff schwimmen?“.

Trotz vorausgehender Planung müssen Projekte jederzeit offen für spontane Ideen und neue Überlegungen sein. Allein schon deshalb, weil Kinder Gelerntes immer wieder in neue Zusammenhänge bringen und auch neue Dinge erfinden, die den Erzieherinnen und Erziehern in dieser Form vielleicht noch gar nicht bewusst waren. Jung lernt von Alt und umgekehrt: Nur auf diese Weise kann in einer Gesellschaft Fortschritt stattfinden.

 

7.3 Soziale und kulturelle Umwelt

Unsere Projekte sollen nicht nur auf die Räume der Kita begrenzt bleiben. Angestrebt wird auch, den Kindern geografische und kulturelle Kenntnisse ihrer Umgebung zu vermitteln, unterschiedliche Bewegungsformen in der Stadt kennenzulernen – zu Fuß, per Fahrrad, U-Bahn, Bus, Schiff etc. – und immer wieder neue, soziale Situationen erlebbar zu machen. Etwa im Museum, beim Einkaufen, dem Besuch einer Post-Filiale oder der nächstgelegenen Feuerwache.

Gemäß dem in unserer Einrichtung verfolgtem sozialpädagogischen Konzept des Situationsansatzes, sollen die Kinder bei der Bewältigung ihrer jeweiligen Lebenssituation unterstützt werden und vielfältige Möglichkeiten zum Erlernen von Lebenszusammenhängen geboten bekommen. So kann zum Beispiel der Haus- oder Wohnungsumbau der Eltern zum Projekt „Kleine Handwerker“ führen, eine Dienstreise der Eltern zum Projekt „China“ oder das gestorbene Haustier zur Auseinandersetzung in der Gruppe mit dem Thema „Leben und Tod“.

 

7.4 Frühkindliche Musikerziehung

In der „Kinderinsel Ziegelstraße“ soll eine frühe, aktive Begegnung mit Rhythmus und Musik stattfinden, ohne dabei jedoch die erzeugten Klänge unnötig durch Technik zu vergrößern, zu verlängern oder zu verfremden. Schon früh wollen Kinder schöne Klänge mit Bewegung in einen harmonischen Zusammenhang bringen, weshalb natürlich auch dem Hopsen, Springen und Tanzen zur Musik genügend Freiräume gelassen werden.

Mit Musik können Kinder der Welt kreativ und phantasievoll begegnen, Wahrnehmungen und Vorstellungen verknüpfen und Kontakt aufnehmen. Musik hilft trösten und auch dabei, die eigenen Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Damit auch schon die Kleinsten an diesem Erlebnis teilhaben können, ist unsere Kita mit einer großen Auswahl an Rhythmus-Instrumenten ausgestattet, wie zum Beispiel Egg Shakern, Klangstäben, Rasseln, Schellenbändern und verschiedenen Trommeln.

Ganz selbstverständlich ist Musik dabei gleichzeitig auch Gehörschulung, Sprach- und Konzentrationsübung, durch das Spielen von Instrumenten motorische Schulung und nicht zuletzt auch ein spielerisches Training des Sozialverhaltens – gerade beim gemeinsamen Singen, das als Gruppenerlebnis wahrgenommen wird und das Wir-Gefühl stärkt. Passend zu Jahreszeit und Situation werden Lieder zum Beispiel im Morgenkreis gesungen oder bei Singspielen erlebt.

 

7.5 Bildnerisches Gestalten

Indem Kinder zeichnen, malen, mit Ton, Draht, Papier und anderen Materialien experimentieren, setzen sie sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander. Sie verarbeiten Erlebtes und verleihen ihren vielfältigen Emotionen Ausdruck. Kreative Tätigkeiten wie das bildnerische Gestalten haben demnach gleichzeitig immer eine Erkenntnis- und eine Empfindungsebene.

Unterstützt wird das Bedürfnis der Kinder, sich kreativ zu betätigen, in unserer Einrichtung durch stets verfügbare Materialien in den Gruppenräumen und gezielt in den Tagesablauf eingeplante Phasen für bildnerische Gestaltungsprozesse, deren Ergebnisse an eigens dafür vorgesehenen Wand- und Fenster-Flächen ausgestellt werden können.

Während Kinder in ihren ersten drei Lebensjahren noch grundlegende Kenntnisse mit den verschiedenen Materialien und Techniken erwerben – etwa durch das Malen und Zeichnen mit verschiedenen Pinseln und Stiften unter Einsatz beider Hände – können und sollen die Kreativ-Angebote und -Aufgaben bei den älteren Kindern zunehmend differenzierter und komplexer werden. So könnte eine kreative Themen-Aufgabe beispielsweise darin bestehen, Porträts von sich oder anderen Kindern zu malen, bei denen die verschiedenen Emotionen wie Freude, Zorn oder Glück anhand der jeweils passenden, unterschiedlichen Gesichtsausdrücke dargestellt werden.

Unabhängig von den jeweiligen Altersstufen ist es uns jedoch wichtig, dass die Erzieherinnen und Erzieher den Gestaltungsprozessen der Kinder nach folgenden Grundsätzen begegnen:

  • Wertschätzung des Kunstwerkes.

  • Möglichst keine Korrektur des Bildes, einer Plastik oder eines Objektes, das ein Kind hergestellt hat.

  • Das Kind nicht dazu drängen, das eigene Kunstwerk zu erklären, wenn es dies nicht von sich aus tut.

  • Das Kind zum kreativen Handeln ermutigen und neugierig auf das Produkt warten, um die individuellen Neigungen und Veranlagungen besser kennenzulernen.

 

7.6 Bewegung und Gesundheit

Als Einrichtung, die am „Berliner Landesprogramm Kitas bewegen - für die gute gesunde Kita (LggK)“ teilnimmt und vor dem Hintergrund ständig wachsender Bewegungsarmut im Kindes- und Jugendalter spielen die beiden Themenbereiche Bewegung und Gesundheit eine elementare Rolle in unserer täglichen Betreuungsarbeit.

Kinder erleben sich und ihre Umwelt durch Bewegung und Spiel, nehmen die Welt um sich herum mit dem gesamten Körper wahr und drücken ihre Empfindungen auch durch den ganzen Körper aus. Die Basis für alle folgenden Entwicklungs- und Wahrnehmungsbereiche bilden reichhaltige Bewegungserfahrungen.

Im Rahmen regelmäßiger Spaziergänge, Ausflüge und Besuche auf Spielplätzen sollen die Kinder beim Klettern, Schaukeln, Balancieren, auf dem Rasen Rollen, Ballspielen, Hüpfen und Rennen umfangreiche Bewegungs-Erfahrungen sammeln, wobei jedoch kein Kind von uns zur Bewegung gezwungen wird. Vielmehr setzen wir hierbei auf gezielte Motivation und Spaß an einer angemessenen Herausforderung.

Genauso unverzichtbar wie das Spielen im Freien ist ein ausgedehntes Bewegungsangebot innerhalb der Einrichtung. Hier ist es vor allem unser großzügiger Turn- und Toberaum, in dem gemeinsame Bewegungs- und Koordinationsspiele in unterschiedlichen Gruppenformationen stattfinden und auch schon die Kleinsten – etwa durch flexible Bewegungs-Parcours – zur körperlichen Ertüchtigung animiert werden.

Ein weiterer, wichtiger Aspekt bei der Erhaltung und Stabilisierung der Vitalität jedes Kindes ist das Thema „gesunde Essgewohnheiten“. Es ist für uns selbstverständlich, den Kindern eine ausgewogene und gesunde Ernährung anzubieten, was zum einen durch den täglichen Verzehr von Obst und Gemüse erreicht wird sowie zum anderen durch die stets frische Zubereitung aller Mahlzeiten in unserer Partner-Kita.

Hier kann den Kindern nicht nur anschaulich erklärt werden, wie man Mahlzeiten zubereitet. Durch die Zubereitung des Essens ‚im eigenen Haus‘ besteht für uns auch die Möglichkeit, schnell und unkompliziert auf die Qualität einzuwirken und individuelle Absprachen zu treffen, falls bei einzelnen Kindern Allergien oder bestimmte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten bestehen sollten.

 

7.7 Sprache, Kommunikation und Schriftkultur

Die Basis unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens bildet unsere gemeinsame Sprache. Ohne eine ausdifferenzierte Sprache ist es nur schwer möglich, miteinander ins Gespräch zu kommen: Wir können die Dinge nicht beim Namen nennen, keine gemeinsamen Pläne schmieden, uns nicht gegenseitig unsere Gefühle verständlich machen. Sprache ist der Boden für gelebte Demokratie.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Kinderinsel Ziegelstraße“ bemühen sich, für die Kinder gute sprachliche Vorbilder zu sein. In der Praxis bedeutet das, eine möglichst konkrete, aber durchaus auch bildhafte Sprache zu verwenden, deutlich zu sprechen und selbstverständlich Schimpfwörter zu vermeiden.
Im Laufe ihrer Kindergartenzeit erwerben die Kinder bei uns einen großen Schatz an Liedern, Fingerspielen, Geschichten und Märchen, der möglicherweise so tief sitzt, dass sie ihn an andere und irgendwann einmal vielleicht ja auch an ihre eigenen Kinder weitergeben. So hoffen wir, nicht nur bei den direkt von uns betreuten Kindern eine positive Wirkung zu hinterlassen, sondern auf diesem Wege auch gesamtgesellschaftlich einen kleinen Beitrag gegen die kulturelle Verarmung zu leisten.

Die sprachliche Entwicklung wird in unserer Kita durch den ständigen Dialog mit den Kindern, durch das Vorlesen und Bearbeiten von Büchern sowie das tägliche Spiel der Kinder gefördert. Von großem Wert ist in diesem Zusammenhang die in unserer Einrichtung praktizierte Altersmischung, die dazu beiträgt, dass gerade jüngeren und sprachlich (noch) nicht so gewandten Kindern der Spracherwerb erleichtert wird.

Sprache macht Spaß! Vermittelt wird dies den Kindern durch spontane Sprach-Spiele und wiederkehrende, sprachliche Rituale wie etwa Aufzähl-Verse für bestimmte Aufgaben, mehrsprachige Lieder im Morgenkreis, Reimereien, Nonsense-Gedichte sowie Sprichwörter, die in die alltägliche Kommunikation eingebaut werden.

Dokumentiert wird der individuelle Stand der Sprachentwicklung in den für jedes Kind bereitgestellten Sprachlerntagebüchern.

Ebenso wichtig wie das gesprochene ist, gerade mit fortschreitendem Alter des Kindes, das geschriebene Wort. Kinder sind umgeben von schriftsprachlichen Erzeugnissen und zeigen sich meist sehr interessiert daran – lange bevor sie selbst lesen und schreiben können. Frühe Erfahrungen mit den verschiedenen Facetten von Lese-, Erzähl- und Schreibkultur fordern Kinder heraus. Sie erweitern ihre Autonomie und vertiefen ihren persönlichen Zugang zur Welt, wenn sie sich selbst als sprechende, zuhörende, erzählende, lesende und schreibende Person erleben können.

Die frühe Begegnung mit Schriftsprache ist essenziell für die Sprachentwicklung eines Kindes. Je früher und profunder in diesem Bereich Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden können, desto positiver wirkt sich dies auf die allgemeine Entwicklung und die späteren Bildungs-Chancen des Kindes aus.

In unserer Einrichtung wird die Begegnung mit Schriftsprache permanent gefördert. Angefangen von der Lese-Ecke, in der den Kindern zahlreiche Sach-, Märchen-, Lieder- und diverse andere Bücher zur Verfügung stehen, weiterhin über für alle einsehbare Geburtstags-Kalender und Aufgaben-Pläne sowie in verschiedenen Sprachen beschriftete Gegenstände in den Gruppenräumen, bis hin zu konkreten Projekten, in denen Fragen nachgegangen wird, wie zum Beispiel: „Woher kommt mein Name?“, „Wer hat ihn mir gegeben?“, „Welche Bedeutung hat er, und wie wird er geschrieben?“

Die Antworten auf diese Fragen werden gemeinsam erarbeitet und am Ende in Form eines Plakats oder eines kleinen Buches festgehalten.

 

7.8 Mathematische und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen

Die Grundlagen für mathematisches Denken und das Verständnis naturwissenschaftlicher Zusammenhänge werden in den ersten Lebensjahren entwickelt. Hier macht das Kind seine ersten Erfahrungen mit Zeit und Raum sowie einfachen mathematischen Operationen wie Messen, Schätzen, Ordnen und Vergleichen.

Mathematik und Naturwissenschaften finden in der „Kinderinsel Ziegelstraße“ in allen Bereichen ausreichend Platz. Die Kinder haben zu jeder Zeit die Möglichkeit und das Material, Details in Farbe, Größe und Form zu beobachten, den Raum durch aktives Erleben kennenzulernen, Abfolgen zu erfassen, Dinge nach verschiedenen Gesichtspunkten zu sortieren oder Größenbeziehungen zu entdecken.

Gerade im Kindergarten-Alter ist es noch nicht sinnvoll, mathematisch-naturwissenschaftliche Fragen losgelöst vom Alltagsgeschehen zu erarbeiten. Deshalb werden sie von uns regelmäßig in den Tagesablauf integriert, indem beispielsweise körperliche Sinneseindrücke mit abstrakten, geometrischen Formen in Zusammenhang gebracht werden. So ist es für ein Kind viel leichter verständlich und auch einprägsamer, wenn es die Form des Kreises nicht auf einem Blatt Papier, sondern dadurch kennenlernt und verinnerlicht, dass es sich allein oder gemeinsam mit anderen Kindern im Kreis dreht.

Auch das Aneignen von Zahlen und Symbolen geht viel leichter und spielerischer von der Hand, wenn sie nicht einfach nur auswendig gelernt, sondern in für die Kinder relevante Zusammenhänge gebracht werden – etwa in Form der eigenen Haus- oder Telefonnummer, durch das Lesen von Preisschildern und Autokennzeichen oder das Unterscheiden der einzelnen Bus- und Bahnlinien.

Gerade im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich ist auch die Projektarbeit ideal dazu geeignet, Kindern wichtige Grunderfahrungen zu vermitteln. Zum Beispiel, wenn es um das Thema „Gewicht“ geht und jeden Tag neue und immer schwerere Alltags-Gegenstände vermessen und auf ihre Materialeigenschaften hin untersucht werden. Oder etwa in der „Projektwoche Wasser“, in der es durch veranschaulichende Versuche und eigenes Experimentieren die verschiedenen Aggregatzustände dieses spannenden Elements zu entdecken gilt.

 

8. Eltern und Erzieher: Zusammenarbeit im Interesse des Kindes

In der „Kinderinsel Ziegelstraße“ wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Eltern der betreuten Kinder und den Erzieherinnen und Erziehern angestrebt. Grundlage hierfür ist ein offenes, vertrauensvolles Verhältnis sowie die gegenseitige Akzeptanz der unterschiedlichen Rollen in der pädagogischen Arbeit.

Wie schon an früherer Stelle dieses Dokuments festgestellt: Die Erziehung in der Kita kann immer nur Ergänzung und begleitende Maßnahme zur Familienerziehung sein – nie jedoch deren Ersatz.

Um den Informations-Austausch zwischen Eltern und Erzieherinnen so regelmäßig und aktuell wie möglich zu gestalten, legen wir viel Wert auf die sogenannten „Tür-und-Angel-Gespräche“, die in regelmäßigen Abständen durch Elternabende und individuelle Elterngespräche ergänzt werden.

Neben dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes werden den Eltern hier auch die vom Erzieher-Team dokumentierten Beobachtungen zum Kind erläutert.

Wichtige Säulen der zeitnahen Eltern-Information stellen auch die ständig aktualisierten Aushänge in der Kita sowie unsere Internetseite dar, durch die die Eltern sowohl über aktuelle Themen auf dem Laufenden gehalten werden als auch über bereits Geschehenes, wie zum Beispiel Ausflüge, Projekte oder Feste, die in Wort und Bild festgehalten werden.

Die Kinder von heute bilden die Gesellschaft von morgen. Daher werden Eltern, Familienangehörige und Mitarbeiter von uns als ein Interessenkreis von Menschen verstanden, die sich für die Stärkung von Kindern einsetzen und bereit sind, ein hohes Maß an Verantwortung für sie mitzutragen und zu übernehmen.

 

9. Tagesablauf in der Kinderinsel Ziegelstraße

Der Tagesablauf in der „Kinderinsel Ziegelstraße“ ist ein rhythmischer und kindgerechter Tagesablauf – geprägt von klaren Strukturen und wiederkehrenden Ritualen, die den Kindern Orientierung und Sicherheit geben. Kindgerecht bedeutet aber auch, dass es zwischendurch immer wieder Inseln der Ruhe gibt. Gelegenheiten, sich treiben und jede Menge Zeit, um sich Zeit zu lassen.